Erstgespräch
Glossar

Begriffe, die vor der Nachfolge­entscheidung auftauchen

50 Begriffe in vier Teilen – vom Klarheitsgespräch über die Frage, was das Unternehmen braucht, solange die Nachfolge offen ist, bis zur Transaktion. Mit einer Reflexionsfrage je Begriff, wo sie hingehört.

Dieses Glossar folgt der Positionierung von Strategische Nachfolge: Klarheit vor jeder Lösung. Die ersten beiden Teile erklären die Begriffe, mit denen ich arbeite – und woran sich erkennen lässt, ob die Nachfolge die einzige offene Frage ist. Teil 3 übersetzt die Nachfolge-Terminologie in die Frage, die dahintersteht. Teil 4 enthält die Transaktionsbegriffe, die erst relevant werden, wenn entschieden ist. Die Führungs- und Entscheidungsbegriffe dahinter stehen ausführlich im Transformations-Glossar von Pink Elephants.

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Begriffe aus dem Klarheitsgespräch

Was im Gespräch vorkommt – und was Sie sich davor selbst fragen können.

Leitfrage: Fehlt Ihnen Information – oder ein Raum, in dem Klarheit entstehen kann?

Einordnung der Situation

Der erste Schritt im Klarheitsgespräch. Keine Analyse, sondern eine gemeinsame Orientierung darüber, wo Sie aktuell stehen – sachlich, emotional, zeitlich.

→ Wo stehen Sie heute – sachlich, zeitlich, emotional – und würden Ihre Führungskräfte das genauso beschreiben?

Schritt 1 im Klarheitsgespräch

Ausgangslage

Die tatsächliche Situation, in der sich Unternehmen und Inhaber:in befinden – unabhängig davon, wie sie nach außen dargestellt wird.

→ Wie sähe Ihre Lage aus, wenn Sie sie einem Fremden ohne Beschönigung erklären müssten?

Siehe auch: Einordnung der Situation

Aufschubkosten

Die oft unsichtbaren Kosten, die entstehen, wenn Entscheidungen nicht getroffen werden: verpasste Investitionen, sinkende Motivation, steigende Abhängigkeit.

→ Was hat das letzte Jahr ohne Entscheidung gekostet – an Investitionen, Führung, Energie?

Prüfen: Self Check

Abhängigkeit vom Inhaber

Wenn das Unternehmen so stark an einer Person hängt, dass jeder Übergang als Risiko erscheint. Oft das Ergebnis jahrelanger Vermeidung.

→ Was würde in den nächsten 90 Tagen nicht entschieden, wenn Sie nicht da wären?

Vertiefung: Übergangs-Check

Entscheidungsraum

Der Raum, in dem echte Entscheidungen möglich sind. Er entsteht nicht durch mehr Information, sondern durch Klarheit über Optionen, Kriterien und Konsequenzen.

→ Fehlt Ihnen Information – oder ein Kriterium, an dem Sie die Optionen messen?

Siehe auch: Klarheitskriterium

Option vs. Möglichkeit

Eine Möglichkeit ist alles, was theoretisch denkbar ist. Eine Option ist das, was unter den gegebenen Bedingungen realistisch tragfähig erscheint.

→ Welche der Wege, die Sie durchdenken, tragen unter Ihren tatsächlichen Bedingungen – und welche sind nur denkbar?

Siehe auch: Entscheidungsraum

Vermeidungsentscheidung

Eine Entscheidung, die getroffen wird, um eine andere Entscheidung nicht treffen zu müssen. Häufig unbewusst – und oft folgenreich.

→ Welche Entscheidung haben Sie zuletzt getroffen, um eine andere nicht treffen zu müssen?

Siehe auch: Aufschubkosten

Hypothese

Eine Annahme, die das Denken steuert, ohne geprüft worden zu sein. Im Klarheitsgespräch werden solche Hypothesen sichtbar gemacht – nicht bewertet.

→ Welcher Satz steuert Ihr Denken – „Ich muss erst …“, „Wenn ich noch warte …“ – und wer hat ihn je geprüft?

Vertiefung: Hypothesen statt Annahmen

Engpass

Der Punkt, an dem eine Situation nicht weiterkommt. Oft nicht dort, wo man ihn vermutet – und selten rein sachlicher Natur.

→ Liegt der Engpass wirklich dort, wo Sie ihn vermuten – oder dort, wo Sie nicht hinschauen?

Siehe auch: Vermeidungsentscheidung

Klarheitskriterium

Ein innerer Maßstab, der hilft zu erkennen, ob eine Entscheidung „passt" – jenseits von Zahlen und Fakten.

→ Woran würden Sie erkennen, dass eine Entscheidung passt – jenseits von Kaufpreis und Steuern?

Siehe auch: Entscheidungsraum

Nächster sinnvoller Schritt

Nicht der große Wurf, sondern der eine Schritt, der jetzt sinnvoll ist – ohne die Entscheidung vorwegzunehmen.

→ Was wäre der eine Schritt, der jetzt sinnvoll ist, ohne die Entscheidung vorwegzunehmen?

Ergebnis von Schritt 3 im Klarheitsgespräch

Klarheitsgespräch

Ein 90-minütiger strukturierter Denkraum, in dem keine Lösung erarbeitet, sondern Entscheidungsfähigkeit hergestellt wird. Drei Phasen: Einordnung, Denkraum, Verdichtung.

→ Was müsste nach 90 Minuten anders sein, damit sich das Gespräch für Sie gelohnt hat?

Format: Klarheitsgespräch

Transformation

Veränderung, die nicht nur Strukturen betrifft, sondern auch Haltungen, Rollen und Identitäten. Nachfolge ist oft Teil einer größeren Transformation.

→ Ist die Nachfolge bei Ihnen die einzige offene Frage – oder die sichtbarste von mehreren?

Format: Klarheitsgespräch Plus

Transformation Discovery Compass

Ein Orientierungsrahmen für komplexe Veränderungssituationen. Hilft, relevante Dimensionen zu identifizieren – nicht als Analyse, sondern als Denkwerkzeug. Kommt im Klarheitsgespräch Plus zum Einsatz.

→ Aus welchen der sechs Perspektiven – Problemstellung, Strategie, Führung, Organisation, Teams, Innovation – haben Sie Ihre Nachfolge noch nie betrachtet?

Ausführlich: Transformation Discovery Compass

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Nachfolge, Beirat und Übergänge

Warum die Nachfolge selten die einzige offene Frage ist – und was das Unternehmen braucht, solange sie offen bleibt.

Leitfrage: Was passiert mit Ihren strategischen Entscheidungen, solange die Nachfolge offen ist?

Nachfolge als Entscheidungsfrage

Nachfolge wird meist als Transaktion behandelt: Bewertung, Kandidat, Vertrag. Davor liegt aber eine Entscheidungsfrage: Was wollen Sie – und was hindert Sie, es zu wissen? Solange die nicht geklärt ist, produziert jeder Prozess Aktivität ohne Richtung. Die Arbeit hier setzt bei der Frage an und endet, wo die Transaktion beginnt.

→ Wissen Sie, was Sie wollen – oder wissen Sie, was Sie nicht wollen?

Siehe auch: Entscheidungsraum, Klarheitskriterium

Beirat in der Nachfolge

Ein Beirat ist das klassische Instrument für Kontinuität in Übergängen: Er hält strategische Fragen offen, während die Eigentümerfrage geklärt wird, begleitet den Übergang zwischen Generationen oder zu einer Fremdgeschäftsführung und gibt dem Übergebenden eine Rolle, die nicht Geschäftsführung ist. Die Klärung der Nachfolge selbst ist ein eigener Prozess – der Beirat ersetzt sie nicht.

→ Was passiert mit Ihren strategischen Entscheidungen, solange die Nachfolge offen ist?

Vertiefung: strategischer-beirat.de · Übergangs-Check

Entscheidungsfähigkeit ohne Inhaber

Die Fähigkeit des Unternehmens, strategische Entscheidungen zu treffen, ohne dass der Inhaber im Raum ist. Sie ist die eigentliche Voraussetzung jeder Nachfolge – und meist der Grund, warum eine Übergabe riskant erscheint. Sie lässt sich aufbauen, bevor die Nachfolge entschieden ist: durch Rollen, ein Gremium, geregelte Entscheidungswege.

→ Wer außer Ihnen kann heute eine strategische Entscheidung treffen – und weiß das auch?

Ausführlich: Organisationale Entscheidungsfähigkeit

Zukauf als Nachfolgelösung

Der Versuch, die Nachfolge über eine Transaktion zu lösen: ein Zukauf, der einen Nachfolger mitbringt, oder der Verkauf an einen strategischen Käufer. Beides scheitert häufiger an der Integration als am Preis – das Akquisitionsparadox: Käufer zerstören, was sie gekauft haben, weil sie integrieren, was hätte getrennt bleiben müssen.

→ Wenn ein Zukauf Ihre Nachfolge lösen soll: Wer klärt, was danach nicht integriert werden darf?

Vertiefung: akquisitionsparadox.de

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Nachfolge-Begriffe, die Sie vor der Klärung kennen sollten

Die Terminologie, mit der Berater, Banken und Familie über Ihre Nachfolge sprechen – mit der Frage, die dahintersteht.

Leitfrage: Welcher dieser Begriffe fällt bei Ihnen oft – und welche Frage dahinter wurde nie gestellt?

Unternehmensnachfolge

Übergang von Eigentum und/oder Führung auf einen Nachfolger. Kann familienintern, extern oder durch Stilllegung erfolgen.

→ Übergang von Eigentum oder Führung – oder beides? Welche der beiden Fragen ist bei Ihnen die offene?

Betriebsübergabe

Die tatsächliche Übergabe der operativen Verantwortung – unabhängig von der rechtlichen Struktur. Oft der kritischste Moment im Prozess.

→ Wer führt operativ am Tag nach der Übergabe – und wer glaubt das noch nicht?

Familiennachfolge

Übergabe des Unternehmens an Familienmitglieder. Emotional oft komplex, weil Familien- und Unternehmenslogik kollidieren.

→ Will die nächste Generation – oder soll sie? Und wer hat sie zuletzt gefragt?

MBO (Management Buy-Out)

Übernahme durch das bestehende Management. Oft sinnvoll, wenn externe Nachfolger fehlen und Kontinuität gewünscht ist.

→ Wem im Haus würden Sie das Unternehmen zutrauen – und hat diese Person je gehört, dass Sie das denken?

MBI (Management Buy-In)

Übernahme durch externes Management. Bringt frische Perspektive, erfordert aber intensive Einarbeitung.

→ Was müsste jemand von außen über Ihr Unternehmen wissen, das in keinem Datenraum steht?

Inhaberabhängigkeit

Grad, in dem ein Unternehmen von einer Person abhängt. Hohe Abhängigkeit senkt den Wert und erschwert die Übergabe.

→ Welche Entscheidungen, Kunden und Beziehungen laufen nur über Sie – und seit wann ist das so?

Nachfolgeplanung

Systematische Vorbereitung der Unternehmensübergabe – idealerweise Jahre vor dem geplanten Zeitpunkt.

→ Planen Sie die Übergabe – oder planen Sie, sie irgendwann zu planen?

Notfallplanung

Vorkehrungen für ungeplante Ausfälle des Inhabers. Unterschätzt, aber existenziell wichtig.

→ Wer wüsste morgen, was zu tun ist, wenn Sie ausfallen – und wo steht das?

Geschäftsführerwechsel

Ablösung der operativen Leitung – unabhängig von der Eigentümerstruktur. Erfordert sorgfältige Planung und Kommunikation.

→ Wäre bei Ihnen ein Führungswechsel ohne Eigentümerwechsel denkbar – als Zwischenschritt?

Interimsmanagement

Zeitlich befristete Übernahme von Führungsaufgaben durch externe Manager. Kann Übergangszeit überbrücken.

→ Was würde ein Interim in der Übergangszeit tragen – und was darf er gerade nicht entscheiden?

Übergabezeitpunkt

Der Moment, in dem Verantwortung wechselt. Selten ein einzelner Tag – meist ein Prozess über Monate oder Jahre.

→ Gibt es bei Ihnen ein Datum – oder ein „irgendwann, wenn“?

Zeitplan der Übergabe

Strukturierter Ablauf mit Meilensteinen. Realistische Planung rechnet mit 3–5 Jahren für den gesamten Prozess.

→ Wenn die Übergabe drei bis fünf Jahre braucht: In welchem Jahr sind Sie heute?

Unternehmensbewertung

Ermittlung des wirtschaftlichen Werts eines Unternehmens. Grundlage für Verhandlungen, nicht deren Ergebnis.

→ Wollen Sie den Wert wissen – oder wollen Sie wissen, ob Sie verkaufen wollen? Das ist nicht dieselbe Frage.

Vorweggenommene Erbfolge

Übertragung zu Lebzeiten statt durch Testament. Ermöglicht steuerliche Optimierung und frühzeitige Einbindung.

→ Was würde sich für Sie ändern, wenn Sie schon übertragen hätten – außer der Steuer?

Nießbrauch

Recht, eine Sache zu nutzen und Erträge daraus zu ziehen, ohne Eigentümer zu sein. Ermöglicht Übergabe bei gleichzeitiger Absicherung.

→ Ist Nießbrauch bei Ihnen eine Versorgungsfrage – oder eine Art, nicht ganz loszulassen?

Gesellschaftervertrag

Regelt Rechte und Pflichten der Gesellschafter. Enthält oft Nachfolgeklauseln, Vorkaufsrechte und Zustimmungsvorbehalte.

→ Wann haben Sie zuletzt gelesen, was Ihr Gesellschaftervertrag im Nachfolgefall vorsieht?

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Transaktionsbegriffe – relevant, wenn entschieden ist

Was Sie brauchen, sobald aus der Klärung ein Prozess wird. Hier endet die Arbeit von Strategische Nachfolge – und beginnt die von Steuerberater, Anwalt und M&A.

Leitfrage: Sind Sie schon in der Transaktion – oder benutzen Sie ihre Sprache, um die Klärung zu überspringen?

Asset Deal

Unternehmensverkauf durch Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter (Maschinen, Verträge, Marken) statt der Gesellschaftsanteile. Alternative zum Share Deal.

Relevant ab: Transaktion

Share Deal

Unternehmensverkauf durch Übertragung der Gesellschaftsanteile. Das Unternehmen bleibt rechtlich unverändert.

Relevant ab: Transaktion

Due Diligence

Sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf – rechtlich, finanziell, steuerlich, operativ. Schützt Käufer vor versteckten Risiken.

Relevant ab: Transaktion

Letter of Intent (LOI)

Absichtserklärung vor Vertragsabschluss. Regelt Exklusivität, Vertraulichkeit und Eckpunkte – meist nicht rechtlich bindend.

Relevant ab: Transaktion

NDA (Geheimhaltungsvereinbarung)

Vertraulichkeitsvereinbarung vor Offenlegung sensibler Unternehmensdaten. Standard bei Verkaufsprozessen.

Relevant ab: Transaktion

Kaufpreisermittlung

Prozess der Preisfindung bei Unternehmensverkauf. Kombination aus Bewertung, Verhandlung und Marktgegebenheiten.

Relevant ab: Transaktion

Bewertungsmethoden

Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswerts: Ertragswert, Substanzwert, DCF, Multiplikatoren. Die Wahl der Methode beeinflusst das Ergebnis erheblich.

Relevant ab: Transaktion

Substanzwert

Summe aller Vermögenswerte abzüglich Schulden. Untergrenze der Bewertung – sagt wenig über Ertragskraft aus.

Relevant ab: Transaktion

Stille Reserven

Differenz zwischen Buchwert und tatsächlichem Wert von Vermögensgegenständen. Werden bei Verkauf oft aufgedeckt.

Relevant ab: Transaktion

Earn-Out

Kaufpreisbestandteil, der von zukünftigen Ergebnissen abhängt. Überbrückt Bewertungsdifferenzen zwischen Verkäufer und Käufer.

Relevant ab: Transaktion

Verkäuferfinanzierung

Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises. Erleichtert Finanzierung, bindet aber beide Seiten länger aneinander.

Relevant ab: Transaktion

Wettbewerbsverbot

Vereinbarung, dass der Verkäufer nach Übergabe keine konkurrierende Tätigkeit aufnimmt. Zeitlich und räumlich begrenzt.

Relevant ab: Transaktion

Erbschaftsteuer

Steuer auf den Erwerb von Vermögen durch Erbschaft. Bei Betriebsvermögen gibt es Verschonungsregelungen – mit strengen Voraussetzungen.

Relevant ab: Transaktion

Schenkung unter Auflagen

Übertragung mit Bedingungen, z.B. Versorgungsleistungen oder Fortführungspflichten. Häufig bei Familiennachfolge.

Relevant ab: Transaktion

Holding-Struktur

Gesellschaftsrechtliche Konstruktion, bei der eine Dachgesellschaft Anteile an operativen Gesellschaften hält. Kann Nachfolge erleichtern.

Relevant ab: Transaktion

Fortführungsprognose

Einschätzung, ob ein Unternehmen dauerhaft überlebensfähig ist. Relevant für Bewertung, Finanzierung und steuerliche Gestaltung.

Relevant ab: Transaktion