Erstgespräch
Glossar

Begriffe, die im Gespräch auftauchen

Teil 1 enthält Begriffe aus dem Klarheitsgespräch. Teil 2 erklärt klassische Nachfolge-Terminologie.

Teil 1: Begriffe aus dem Klarheitsgespräch

Einordnung der Situation

Der erste Schritt im Klarheitsgespräch. Keine Analyse, sondern eine gemeinsame Orientierung darüber, wo Sie aktuell stehen – sachlich, emotional, zeitlich.

Ausgangslage

Die tatsächliche Situation, in der sich Unternehmen und Inhaber:in befinden – unabhängig davon, wie sie nach außen dargestellt wird.

Aufschubkosten

Die oft unsichtbaren Kosten, die entstehen, wenn Entscheidungen nicht getroffen werden: verpasste Investitionen, sinkende Motivation, steigende Abhängigkeit.

Abhängigkeit vom Inhaber

Wenn das Unternehmen so stark an einer Person hängt, dass jeder Übergang als Risiko erscheint. Oft das Ergebnis jahrelanger Vermeidung.

Entscheidungsraum

Der Raum, in dem echte Entscheidungen möglich sind. Er entsteht nicht durch mehr Information, sondern durch Klarheit über Optionen, Kriterien und Konsequenzen.

Option vs. Möglichkeit

Eine Möglichkeit ist alles, was theoretisch denkbar ist. Eine Option ist das, was unter den gegebenen Bedingungen realistisch tragfähig erscheint.

Vermeidungsentscheidung

Eine Entscheidung, die getroffen wird, um eine andere Entscheidung nicht treffen zu müssen. Häufig unbewusst – und oft folgenreich.

Hypothese

Eine Annahme, die das Denken steuert, ohne geprüft worden zu sein. Im Klarheitsgespräch werden solche Hypothesen sichtbar gemacht – nicht bewertet.

Engpass

Der Punkt, an dem eine Situation nicht weiterkommt. Oft nicht dort, wo man ihn vermutet – und selten rein sachlicher Natur.

Klarheitskriterium

Ein innerer Maßstab, der hilft zu erkennen, ob eine Entscheidung „passt" – jenseits von Zahlen und Fakten.

Nächster sinnvoller Schritt

Nicht der große Wurf, sondern der eine Schritt, der jetzt sinnvoll ist – ohne die Entscheidung vorwegzunehmen.

Transformation

Veränderung, die nicht nur Strukturen betrifft, sondern auch Haltungen, Rollen und Identitäten. Nachfolge ist oft Teil einer größeren Transformation.

Transformation Discovery Compass

Ein Orientierungsrahmen für komplexe Veränderungssituationen. Hilft, relevante Dimensionen zu identifizieren – nicht als Analyse, sondern als Denkwerkzeug. Kommt im Klarheitsgespräch Plus zum Einsatz.

Teil 2: Klassische Nachfolge-Begriffe A–Z

Asset Deal

Unternehmensverkauf durch Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter (Maschinen, Verträge, Marken) statt der Gesellschaftsanteile. Alternative zum Share Deal.

Betriebsübergabe

Die tatsächliche Übergabe der operativen Verantwortung – unabhängig von der rechtlichen Struktur. Oft der kritischste Moment im Prozess.

Bewertungsmethoden

Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswerts: Ertragswert, Substanzwert, DCF, Multiplikatoren. Die Wahl der Methode beeinflusst das Ergebnis erheblich.

Due Diligence

Sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf – rechtlich, finanziell, steuerlich, operativ. Schützt Käufer vor versteckten Risiken.

Earn-Out

Kaufpreisbestandteil, der von zukünftigen Ergebnissen abhängt. Überbrückt Bewertungsdifferenzen zwischen Verkäufer und Käufer.

Erbschaftsteuer

Steuer auf den Erwerb von Vermögen durch Erbschaft. Bei Betriebsvermögen gibt es Verschonungsregelungen – mit strengen Voraussetzungen.

Familiennachfolge

Übergabe des Unternehmens an Familienmitglieder. Emotional oft komplex, weil Familien- und Unternehmenslogik kollidieren.

Fortführungsprognose

Einschätzung, ob ein Unternehmen dauerhaft überlebensfähig ist. Relevant für Bewertung, Finanzierung und steuerliche Gestaltung.

Gesellschaftervertrag

Regelt Rechte und Pflichten der Gesellschafter. Enthält oft Nachfolgeklauseln, Vorkaufsrechte und Zustimmungsvorbehalte.

Geschäftsführerwechsel

Ablösung der operativen Leitung – unabhängig von der Eigentümerstruktur. Erfordert sorgfältige Planung und Kommunikation.

Holding-Struktur

Gesellschaftsrechtliche Konstruktion, bei der eine Dachgesellschaft Anteile an operativen Gesellschaften hält. Kann Nachfolge erleichtern.

Inhaberabhängigkeit

Grad, in dem ein Unternehmen von einer Person abhängt. Hohe Abhängigkeit senkt den Wert und erschwert die Übergabe.

Interimsmanagement

Zeitlich befristete Übernahme von Führungsaufgaben durch externe Manager. Kann Übergangszeit überbrücken.

Kaufpreisermittlung

Prozess der Preisfindung bei Unternehmensverkauf. Kombination aus Bewertung, Verhandlung und Marktgegebenheiten.

Letter of Intent (LOI)

Absichtserklärung vor Vertragsabschluss. Regelt Exklusivität, Vertraulichkeit und Eckpunkte – meist nicht rechtlich bindend.

MBO (Management Buy-Out)

Übernahme durch das bestehende Management. Oft sinnvoll, wenn externe Nachfolger fehlen und Kontinuität gewünscht ist.

MBI (Management Buy-In)

Übernahme durch externes Management. Bringt frische Perspektive, erfordert aber intensive Einarbeitung.

Nachfolgeplanung

Systematische Vorbereitung der Unternehmensübergabe – idealerweise Jahre vor dem geplanten Zeitpunkt.

Nießbrauch

Recht, eine Sache zu nutzen und Erträge daraus zu ziehen, ohne Eigentümer zu sein. Ermöglicht Übergabe bei gleichzeitiger Absicherung.

NDA (Geheimhaltungsvereinbarung)

Vertraulichkeitsvereinbarung vor Offenlegung sensibler Unternehmensdaten. Standard bei Verkaufsprozessen.

Notfallplanung

Vorkehrungen für ungeplante Ausfälle des Inhabers. Unterschätzt, aber existenziell wichtig.

Share Deal

Unternehmensverkauf durch Übertragung der Gesellschaftsanteile. Das Unternehmen bleibt rechtlich unverändert.

Schenkung unter Auflagen

Übertragung mit Bedingungen, z.B. Versorgungsleistungen oder Fortführungspflichten. Häufig bei Familiennachfolge.

Stille Reserven

Differenz zwischen Buchwert und tatsächlichem Wert von Vermögensgegenständen. Werden bei Verkauf oft aufgedeckt.

Substanzwert

Summe aller Vermögenswerte abzüglich Schulden. Untergrenze der Bewertung – sagt wenig über Ertragskraft aus.

Übergabezeitpunkt

Der Moment, in dem Verantwortung wechselt. Selten ein einzelner Tag – meist ein Prozess über Monate oder Jahre.

Unternehmensbewertung

Ermittlung des wirtschaftlichen Werts eines Unternehmens. Grundlage für Verhandlungen, nicht deren Ergebnis.

Unternehmensnachfolge

Übergang von Eigentum und/oder Führung auf einen Nachfolger. Kann familienintern, extern oder durch Stilllegung erfolgen.

Verkäuferfinanzierung

Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises. Erleichtert Finanzierung, bindet aber beide Seiten länger aneinander.

Vorweggenommene Erbfolge

Übertragung zu Lebzeiten statt durch Testament. Ermöglicht steuerliche Optimierung und frühzeitige Einbindung.

Wettbewerbsverbot

Vereinbarung, dass der Verkäufer nach Übergabe keine konkurrierende Tätigkeit aufnimmt. Zeitlich und räumlich begrenzt.

Zeitplan der Übergabe

Strukturierter Ablauf mit Meilensteinen. Realistische Planung rechnet mit 3–5 Jahren für den gesamten Prozess.

Begriffe klären ist der erste Schritt.

Der nächste kann ein Gespräch sein.